Freitag, 31. Mai 2013

My BIG FAT CALIFORNIA BEACH WEDDING - 97 days

Ich habe die letzten Monate meinen Blog straflich vernachlässigt und das muss sich ändern.

Abgesehen davon, dass ich die nächsten Tage noch einige Projekte veröffentlichen werde, möchte ich den Blog so ein Bisschen als Motivations- und Dokumentations-Tagebuch verwenden. Es sind keine 100 Tage mehr bis sich mein Herzensmann und ich das Ja-Wort geben werden! Am Strand, ganz weit weg, ohne viel Drumherum und mit weniger als einer Handvoll Menschen. Der Termin ist fix, die Uhrzeit steht und die Ortsangabe ist "irgendwo zwischen Marina del Rey und Santa Monica Beach".

 Nun gibt es einiges zu erledigen.

  1. Passfoto für den Reisepass machen und diesen Beantragen
  2. das Hochzeitskleid
  3. das Hochzeitskleid muss in den Koffer passen und trotzdem Platz lassen für allerhand andere Klamotten
  4. ich habe nicht gerade eine Strandfigur
  5. mein Schatz braucht auch eine Klamotte
  6. erwähnte ich dass ich das Hochzeitskleid selbst entwerfe und nähen werde?
  7. Was mache ich mit den Haaren????
  8. Panik? Gerne, aber erstmal einen Kaffee bitte.
  9. Nochmehr Panik: was ist mit Ringen???

Sonntag, 26. Mai 2013

10.000 Perlen und eine Robe à l'Anglaise

Zum jedem WGT nehme ich mir immer vor ein komplett neues Outfit zu schaffen und dieses Jahr sollte es ursprünglich eine Robe à Polonaise werden. Ursprünglich deswegen, weil es als solche angefangen und am Ende dann doch zu einer einfache Anglaise geworden ist, d.h. ich habe auf ein Pokissen und ein Hochraffen des Überrockes verzichtet und das Kleid hängt nun im Rücken so flach runter, wie es eben der Po ohne künstliches Kissen ausformt :)

Mir spukte da nämlich schon seit längerem im Kopf eine Idee für einen Kragen herum und das hätte nicht mit einer verspielten Polonaise harmoniert.

Das Material ist ein braun-schwarzer Brokat, der leider die erste Wäsche (Wollwaschgang ohne Schleudern bei 30°C) nicht unbeschadet überstanden hatte - der Stoff lief ca.15 % ein (und das z.T. sehr unregelmäßig) und die feine Oberfläche bildete an einigen Stellen Knötchen. aber zum Wegwerfen war er dann natürlich zu schade und Reklamieren hatte ich mich nicht getraut, da eben vom Händler garkeine Angabe zum Waschverhalten gemacht wurde. Ärgerlich, aber nach 3 Stunden Bügeln meinte mein Schatzmann, dass er wieder halbwegs passabel ausschauen würde und wenn man es nicht wüßte, würde es kaum auffallen.

Der Stoff hatte durch das Einlaufen die Widerspenstigkeit von Jersey bekommen und verzog sich schon beim Anschauen. Zum Ausrichten der Schnittmusterteile habe ich ihn mit meinem geliebten Odif Sprühkleber auf eine dünne Lage Baumwolle als Zwischenträger geklebt.




Grundlage war die Schnittmustersammlung "Kleider des späten Rokoko" von Rocking Horse (Nr. RH285).
Dazu wäre zu sagen das das Schnittmuster für das Oberteile viel zu groß für mich ausgefallen ist (Ameikanische einbezogene Nahtzugabe natürlich berücksichtigt) und ich alles inkl. Ärmel fast komplett neu gemacht habe, weil es nicht richtig passen wollte.

Geschlossen wird das Kleid vorne mit Haken- und Augenband.


Das Kleid ist nicht historisch korekt da die Ärmel "Fantasy" sind und ich untendrunter aus Bequemlichkeitsgründen ein normales Unterbrustlorsett anstelle der Rokok-Stays trage, daher auch Abnäher im Brustbereich. Bei den Rokoko-Stays falle ich konstruktionsbedingt immer ins Hohlkreuz, da der untere Bauchbereich für mich nicht ausreichend stabilisiert wird. Auf Dauer schmerzhaft und man bekommt diese tolle Schwangerschaftspose.



Der Kragenbesteht aus zwei Lagen sehr festem Lack, der mit Spiralfederstahl und Flachfederstahl stabilisiert ist.

Das Schnittmuster ist selbst ausgetüftelt, ebenso die Perlenverzierung, die mich wirklich einige Nachmittage beschäftigt hatte. Auch am Ausschnitt des Kleides  habe ich eine Art "Perlenspitze" angebracht, frei nach Schnauze gefädelt, was man auch sieht.
 




Zum Schluss möchte ich mich noch bei MaryGold bedanken, die dieses tolle Foto beim Natron&Soda-Treffen am WGT-Samstag von mir gemacht hat.